Diversity Management 2019-12-20T10:28:16+00:00

Diversity Management

Trotz der steigenden Anzahl an Fachkräften mit Migrationshintergrund in deutschen Gesundheitsinstitutionen ist bislang nur wenig darüber bekannt, wie Heterogenität die Patientensicherheit beeinflusst und welche Kompetenzen Mitarbeiter*innen in heterogenen Teams benötigen um ungemessen mit der kulturellen Vielfalt ihrer Kollegen umzugehen und somit ein patientensicheres Arbeitsumfeld zu gewährleisten.

Die Studie „Einfluss von Diversität/Heterogenität auf Patientensicherheit“ ist ein Teilprojekt aus dem Gesamtvorhaben „Gestaltungskompetenz als Innovator für hochzuverlässige Organisationen im Gesundheitssystem (GIO)“. Ziel der Teilstudie ist es, Kompetenzen für einen sicheren Umgang mit Heterogenität zwischen Mitarbeitenden zu identifizieren und daraus ein interaktives Lernangebot zu entwickeln, um diese Kompetenzen bei den Mitarbeitern*innen zu trainieren. Hierbei sollen, neben den bisherigen, vor allem reaktiven Ansätzen, auch proaktive Ansätze für die Patientensicherheit angewendet werden. Die Forschungsfrage der Teilstudie ist deshalb:

„Welche Kompetenzen benötigen Mitarbeiter*innen in heterogenen Teams (im Sinne der Kultursensibilität) zur Gestaltung einer Sicherheitskultur in Krankenhäusern und wie können diese vermittelt werden?“

Zur Identifikation von Problembereichen und des potentiellen Kompetenzbedarfs von Mitarbeitern*innen in Gesundheitseinrichtungen wurde in einem ersten Schritt eine CIRS-Datenanalyse vorgenommen. Diese Analyse ergab, dass vor allem die Kommunikation eine Herausforderung der kulturellen Diversität bei Mitarbeitenden in Gesundheitseinrichtungen darstellt. Des Weiteren führten Kommunikationsprobleme dazu, Abläufe und somit die Sicherheit der Patienten*innen zu gefährden. Zusätzlich resultierten sie in Konflikten auf persönlichen Ebene, basierend auf Missverständnissen.

Fokusgruppen mit Studierenden

Es wurden drei qualitative Fokusgruppen mit insgesamt elf Studierenden aus den Pflege- und Gesundheitswissenschaften von der Universität Osnabrück im Zeitraum von Januar bis Februar 2019 durchgeführt. Die anschließende inhaltsanalytisch-induktiv Auswertung nach Mayring ergab zehn Kategorien. Die Kategorie „Kommunikation“ wurde von den Fokusgruppen als zentrale Kompetenz hinsichtlich des adäquaten Umgangs mit kultureller Vielfalt in heterogenen Teams erachtet. Des Weiteren wurden Kategorien wie „Offenheit“, „Interesse“, „Akzeptanz“, „Vorurteile“, „Empathie“ und das „Verständnis gegenüber anderen Kulturen“ induktiv gebildet und als potentielle beitragende Faktoren für die Patientensicherheit identifiziert.

Mitarbeiterbefragung

Für die Befragung wurden insgesamt 20 Interviews mit 27 Mitarbeitenden der kooperierenden Klinik durchgeführt. Die Angestellten kamen aus dem medizinischen, pflegerischen und administrativen Bereich, sowie aus der Führungsebene.

Die Aussagen der Mitarbeitenden waren nahezu deckungsgleich mit denen der Studierenden. So wurden neben religiösen Bräuchen und dem Rollenverständnis vor allem die Kommunikation als wichtig für den Einfluss auf Patientensicherheitsaspekte erachtet. Sowohl die Ergebnisse der Auswertung der Fokusgruppen mit Studierenden als auch die der Mitarbeiterbefragung flossen daraufhin in die Erstellung der online-gestützten interaktiven Lernplattform ein.

Seit dem 25. November 2019 läuft die Testung des Kurses „Kulturelle Vielfalt und Kommunikation unter Mitarbeitenden” als online-gestützten interaktive Lernplattform auf Moodle. Die fünf Teilnehmenden arbeiten zunächst allein theoretische Lerninhalte durch um danach gemeinsam, ab Anfang Januar 2020, mit der Bearbeitung eines Falls nach der Lehrmethode „Problemorientiertes Lernen“ (POL) zu beginnen.